In letzter Zeit ging von einer amerikanischen fundamentalistischen christlichen Organisation eine Liste durch’s Netz, die Interpreten aufzählt, die dich schwul machen. Ein Appell an alle Eltern, sofort Rufus Wainwright (schließlich ist der selbst schwul!), Metallica (gefährlich schwule Texte!) oder auch Britney Spears (sie küsste Madonna *pfuispinne*!) aus den Kinderzimmern zu verbannen, wenn sie möchten, dass ihre Kinder hübsch geradlinige Heteros werden. So.
Mich hat die ganze Geschichte auf eine andere Idee gebracht. Nämlich das Internet mal wieder zu durchforsten, wer in der aktuellen (und noch viel interessanter in der klassischen) Musik schwul oder bi oder lesbisch oder wie auch immer gestrickt ist/war. Dabei bin ich dann auch wieder auf ein paar Neuigkeiten oder auch alte gute Titel gestoßen, die man sich mal wieder anhören könnte.
Die Nummer eins macht Sophie B. Hawkins. “Right Beside You” habe ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gehört, und doch kann man es immer wieder hören. Hawkins beschreibt sich selbst übrigens als “omnisexuell”.
Ein anderer Song, der mir dabei zurück ins Gedächtnis kam ist Tracy Chapman’s “Fast Car”, auch “Mountains O’ Things” ist unbedingt hörenswert.
Um auch meinem gesteigerten Interesse an klassischen Komponisten gerecht zu werden, habe ich meine Suche noch etwas vertieft. Und nachdem ich bereits von Maurice Ravels Liebe zum eigenen Geschlecht gehört habe, lese ich jetzt, dass auch Peter Iljitsch Tschaikowsky trotz seiner Ehe schwul gewesen sein soll. An sich ist daran noch nichts Spannendes. Allerdings scheint Tschaikowsky sowas wie ein “vorzeitliches” Coming-Out gehabt zu haben, zumindest ein Eingeständnis vor sich selbst. Dazu folgendes Zitat aus einem Brief an seinen ebenfalls schwulen Bruder im Feburar 1878:
“Only now, especially after the story of my marriage, have I finally begun to understand that there is nothing more fruitless than not wanting to be that which I am by nature.”
Angeblich soll Tschaikowsky die Sinfonie Nr. 6 Op. 74 “Pathétique” aufgrund seiner überwältigenden Liebe zu seinem Neffen Bob Davidov komponiert haben. Eine tolle Aufnahme davon gibt es von den Berliner Philharmonikern dirigiert von Herbert von Karajan bei amazon.de. Ein Klick auf das Bild bringt dich direkt dort hin.
Quellen (wer sich über mehr Informationen freut, wirft mal einen Blick hierauf):
- List of Queer Artists and Band Members auf last.fm
- List of Songs about Homosexuality bei wikipedia.com
- Tschaikowskys Zitat bei gayheroes.com
- Liebesbriefe Tschaikowskys an Bob Davidov